Evaluierung der Förder­tätigkeit

Wie ihre Förderung wirkt, ermittelt die KfW Bankengruppe systematisch. Vorgehen und Umfang der Evaluierungen unterscheiden sich in den einzelnen Geschäftsbereichen und Tochtergesellschaften.

Im Inlandsgeschäft lässt die Volkswirtschaftliche Abteilung der KfW bedeutsame Programme des Förderschwerpunkts Klima und Umweltschutz regelmäßig durch externe unabhängige Forschungsinstitute evaluieren. Neben den Energieeinsparungen und den daraus resultierenden Treibhausgasminderungen werden dabei auch Effekte auf Beschäftigung und andere volkswirtschaftliche Zielgrößen analysiert. Die KfW veröffentlicht die Ergebnisse der durchgeführten Evaluationen im Internet (www.kfw.de/evaluationen).

Wirkung im Inland

Bei den Programmen zur Förderung erneuerbarer Energien löste die KfW 2013 mit einem Zusagevolumen von 3,9 Mrd. EUR Gesamtinvestitionen in Deutschland von rund 6,6 Mrd. EUR aus und vermeidet damit nach vorläufigen Schätzungen jährlich rund 4,6 Mio. Tonnen Treibhausgasemissionen. Die mit Bundesmitteln geförderten Programme „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ (EBS) sorgten 2013 dafür, dass jährlich gut 2.000 GWh an Energie und somit 744.000 Tonnen Treibhausgasemissionen eingespart wurden (siehe Grafik).

Förderwirkungen 2013
KfW-Programme „Energieeffizient Bauen und Sanieren“

Förderwirkungen 2013: KfW-Programme „Energieeffizient Bauen und Sanieren“

Die durch die Förderung ausgelösten Investitionen sicherten bzw. schufen 420.000 Arbeitsplätze für ein Jahr (zu den Langzeitwirkungen der Programme siehe Abschnitt Energie­effizienz). Die Wirkungen des KfW-Energieeffizienzprogramms ließ die KfW 2014 erstmals extern für den Förderjahrgang 2012 ermitteln. Ein Darlehensvolumen von 3,2 Mrd. EUR löste Investitionen in Höhe von 3,8 Mrd. EUR aus und führte zu Einsparungen von jährlich 545.000 Tonnen Treibhausgasen. Die geförderten Unternehmen sparen durch die Effizienzgewinne jährlich rund 150 Mio. EUR Energiekosten ein. Ebenfalls einer externen Evaluation unterzogen hat die KfW im Berichtszeitraum das Programm „Altersgerecht Umbauen“. Für zahlreiche weitere Inlandsförderprogramme analysiert die Volkswirtschaftliche Abteilung der KfW regelmäßig die erzielten Effekte auf Beschäftigung, Investitionen, wirtschaftliche Entwicklung und Umwelt.

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Ex-post-Evaluierung der FZ-Vorhaben

Die Projekte, die der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank im Rahmen der FZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert, tragen zum Erreichen der UN-Millenniumsziele (MDG) bei – und auch zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDG), die Ende 2015 die MDG als Zielkatalog ablösen werden. Von den Neuzusagen 2014 fokussierten 13,6 % auf das MDG-Ziel der Reduzierung von extremer Armut, 12 % auf ökologische Nachhaltigkeit sowie 7,8 % auf eine Gleichstellung der Geschlechter (siehe Grafik "Primäre Wirkung der FZ-Neuzusagen").

Die Wirkungen der geförderten FZ-Projekte (Gesamtvolumen 2014: 7,4 Mrd. EUR) überprüft die Evaluierungsabteilung des Geschäftsbereichs KfW Entwicklungsbank. Sie arbeitet unabhängig und ist als Stabsstelle direkt dem Vorstand der KfW unterstellt. Evaluiert wird jährlich rund die Hälfte all jener FZ-Vorhaben, die seit etwa drei Jahren abgeschlossen sind („ex-post“). Dieser Zeitpunkt ermöglicht auch fundierte Aussagen über die Nachhaltigkeit der Förderung. Die Projekte werden in Form einer repräsentativen Zufallsstichprobe ausgewählt und anhand der vom Development Assistance Committee (DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) definierten Schlüsselkriterien Relevanz, Effektivität, Effizienz, übergeordnete entwicklungspolitische Wirkungen und Nachhaltigkeit bewertet. Als erfolgreich gelten Projekte, die in der Gesamtschau die Note 3 oder besser erhalten. Beeinflusst wird der Erfolg von Projekten auch durch ihr Umfeld, beispielsweise ob sie in einem stabilen oder fragilen Kontext durchgeführt werden. Die Erfolgsquote aller von der Evaluierungsabteilung 2013 und 2014 bewerteten Projekte betrug rund 80 %.

Die Evaluationen erfolgen zu rund 85 % in Form von Vor-Ort- Missionen, in den übrigen Fällen aufgrund ausreichender Informationen als sogenannte Schreibtischprüfung. Die Evaluierungsabteilung bezieht jährlich rund 30 Projektmanager des Geschäftsbereichs KfW Entwicklungsbank in ihre Arbeit ein. Sie evaluieren jeweils ein Vorhaben aus einem anderen Regionalbereich. Der temporäre Rollentausch fördert individuelle wie auch institutionelle Lernprozesse. Letztere unterstützt auch eine Datenbank, die Ergebnisse von über 2.000 Evaluierungen beinhaltet und Querschnittsauswertungen ermöglicht. Ihr Wissen über Wirkungszusammenhänge, spezifische sektorale Themen oder die Eignung bestimmter Förderkonzepte stärkt die KfW durch zusätzliche Evaluierungen zu ausgewählten Themenfeldern. Im Berichtszeitraum lag der Fokus auf Gesundheitsvorhaben in Entwicklungsländern, Risiken von Mikrokreditprogrammen sowie der Entwicklungszusammenarbeit in fragilen Kontexten.

Förderwirkungen 2014
Primäre Wirkung der FZ-Neuzusagen

Förderwirkungen 2014: Primäre Wirkung der FZ-Neuzusagen

Die Ergebnisberichte der evaluierten FZ-Vorhaben stellt der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank der Bundesregierung als Auftraggeber zur Verfügung. Kurzfassungen werden in einer Projektdatenbank im Internet veröffentlicht. Aktuell sind dort 800 Evaluierungen verfügbar. Alle zwei Jahre informiert zusätzlich ein Bericht über die Evaluierungsarbeit, einschließlich aller Ergebnisse.

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Geschäftspolitisches Rating der DEG

Die DEG erfasst die geschäfts- und entwicklungspolitischen Effekte aller mitfinanzierten Vorhaben (Portfolio 2014: 7,8 Mrd. EUR) über ein integriertes Bewertungsinstrument. Das Geschäftspolitische Projektrating (GPR) klassifiziert die Finanzierungen nach einem Punktesystem. Die erwarteten Wirkungen der Neuzusagen ermittelt die DEG auf Basis vorhandener Dokumente sowie einer Vor-Ort-Untersuchung („ex-ante“). Zudem erhebt sie für alle Engagements die tatsächlich eingetretenen Effekte („ex-post“). Dies ermöglicht einen systematischen Vergleich auf der Ebene einzelner Finanzierungen. Im Jahr 2014 war die entwicklungspolitische Qualität der neu zugesagten Finanzierungen mit einer Durchschnittsnote von 2,1 erneut hoch (2013: 2,0). Relevante Fragestellungen auf Portfolioebene werden intern oder von unabhängigen externen Gutachtern anhand der OECD DACKriterien bewertet. Auch das GPR selbst und seine Anwendung lässt die DEG evaluieren. Kosten-Nutzen-Analysen tragen dazu bei, entwicklungspolitische Effekte, zum Beispiel für die lokale Bevölkerung, besser zu verstehen. Für eine bessere internationale Vergleichbarkeit hat die DEG zudem 2013 mit über 20 anderen internationalen Finanzierungsinstitutionen einheitliche Bewertungsindikatoren festgelegt. Mit einem Volumen von knapp 1,5 Mrd. EUR löste die DEG 2014 Gesamtinvestitionen von 9,3 Mrd. EUR sowie weitere positive Wirkungen in Schwellen- und Entwicklungsländern aus (siehe Grafik). Drei Viertel der finanzierten Vorhaben tragen mindestens zu einem MDG bei.

Förderwirkungen 2014
Entwicklungseffekte der DEG Finanzierungen

Förderwirkungen 2014: Entwicklungseffekte der DEG Finanzierungen

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