Verantwortung im Treasury

Nachhaltigkeit ist auch im Treasury ein wichtiges Thema für die KfW. Das belegen erstklassige Ratingergebnisse, ein nachhaltiger Investmentansatz sowie der Fokus auf Green Bonds.

Motiv Green Bonds: Nachhaltigkeit ist auch im Treasury ein wichtiges Thema für die KfW. Das belegen erstklassige Ratingergebnisse, ein nachhaltiger Investmentansatz sowie der Fokus auf Green Bonds.

Zur Refinanzierung ihres Förderauftrags nahm die KfW im Jahr 2014 langfristige Mittel in Höhe von 57,4 Mrd. EUR an den internationalen Kapitalmärkten auf (2013: 65,4 Mrd. EUR). Sie emittierte dazu 250 Anleihen in 13 verschiedenen Währungen, vor allem in Euro und US-Dollar (insgesamt 83 %). Die KfW profitierte dabei von der ungebrochenen Nachfrage nach großvolumigen liquiden Anleihen (Benchmark-Anleihen), die mehr als die Hälfte ihrer Gesamtrefinanzierung darstellten. Die Anleihen der KfW adressieren insbesondere institutionelle Investoren. Unabhängige Nachhaltigkeitsratingagenturen bewerten die nachhaltige Aufstellung der Bank als erstklassig (siehe nachfolgende Tabelle). Damit stellen die Anleihen der KfW speziell für nachhaltig agierende Investoren eine interessante Investitionsmöglichkeit dar. Um diese Attraktivität zu wahren, strebt die KfW bei Nachhaltigkeitsratings auch künftig einen Platz unter den Besten ihrer Vergleichsgruppe an.

Bewertung der KfW Bankengruppe in Nachhaltigkeitsratings

RatingagenturPlatzVergleichsgruppeRating
Sustainalytics4191 Banken weltweit82 Punkte (von 100)
oekom research323 Förderbanken weltweitB- (Skala D- bis A+) „Prime“-Auszeichnung
imug2122 nationale und internationale Emittenten von BankanleihenPositiv BBB

Kriterien für das Portfoliomanagement

Im Rahmen ihrer Liquiditätssicherung unterhält die KfW ein Rentenportfolio, das Anleihen öffentlicher Emittenten und supranationaler Organisationen sowie Bankschuldverschreibungen, Pfandbriefe und Asset-Backed-Securities enthält. Das Volumen lag Ende 2014 bei 23,8 Mrd. EUR. Mit Unterzeichnung der Principles for Responsible Investment der Vereinten Nationen (UN PRI) verpflichtete sich die KfW bereits 2006, ihre eigenen Geldanlagen in fest und variabel verzinslichen Wertpapieren auch unter dem Gesichtspunkt des gesellschaftlich verantwortlichen Handelns durchzuführen, andere Marktteilnehmer zu nachhaltigem Investieren zu bewegen und regelmäßig über Aktivitäten in diesem Bereich zu berichten. Teile dieses Berichtes werden seit 2013 von der UN PRI veröffentlicht.

Bei Investitionsentscheidungen für das Liquiditätsportfolio bezieht die KfW neben der Bonitätseinschätzung der Emittenten auch deren Nachhaltigkeitsbewertung anhand von ESG-Kriterien (ESG = environmental, social, governance) ein. Dabei gewichtet sie Umwelt mit 30 % sowie Soziales und Unternehmensführung mit jeweils 35 %. Die Nachhaltigkeit eines Emittenten im Vergleich zum gesamten Emittentenspektrum im Liquiditätsportfolio bewertet die KfW monatlich anhand von drei Kategorien (gut, durchschnittlich, schlecht). Diese bilden die Grundlage für die Entscheidung der KfW, ob das investierbare Limitvolumen beibehalten oder gekürzt wird. Wertpapiere besonders nachhaltiger Emittenten werden im Liquiditätsportfolio der KfW damit übergewichtet. Über Ergebnisse der Kategorisierung berichtet die Bank jährlich an die Emittenten, um sie zur Beibehaltung und Entwicklung ihres Nachhaltigkeitsengagements zu ermutigen. 2014 hat sich die KfW in diesem Rahmen mit 98 Emittenten aktiv in Verbindung gesetzt.

Bei nicht-staatlichen Emittenten, die knapp drei Viertel der Assets-under-Management der KfW repräsentieren, berücksichtigt die KfW zusätzlich zu den ESG-Kriterien auch Ausschlusskriterien, die sich an der „IFC Exclusion List“ orientieren. Ziel ist es, mögliche negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu vermeiden, die durch Anleiheinvestments der KfW hervorgerufen werden könnten.

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Erfolgreich mit Green Bonds

Im Juli 2014 emittierte die KfW ihren ersten Green Bond. Ursprünglich auf 1 Mrd. EUR angesetzt, wies das Orderbuch ein Volumen von 2,65 Mrd EUR auf; das Volumen wurde aufgrund dieser enormen Nachfrage auf 1,5 Mrd. EUR erhöht. Damit war der Green Bond der KfW eine der größten „grünen“ Anleihen auf dem jungen Markt. Als ähnlich erfolgreich erwies sich der zweite, im Herbst 2014 in US-Dollar emittierte Green Bond. Bei einem Orderbuch von 2,48 Mrd. USD wurde er im Oktober 2014 mit einem Volumen von 1,5 Mrd. USD erfolgreich platziert.

Green Bonds sind Anleihen, bei denen sich der Emittent verpflichtet, die Emissionserlöse zur Finanzierung von Umwelt- und Klimaschutzprojekten einzusetzen. Die KfW verknüpft sie mit ihrem Förderprogramm „Erneuerbare Energien – Standard“. Dessen ökologischen Nutzen errechnete das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Demnach werden durch jede investierte Million Euro jährlich 800 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart. Zudem werden mindestens neun Arbeitsplätze für ein Jahr gesichert sowie deutsche Öl-, Kohle- und Gasimporte in einem Wert von mehr als 68.000 EUR ersetzt.

Seit April 2015 ist die KfW zudem als Investor für Green Bonds aktiv und trägt dadurch zur Finanzierung von Umwelt- und Klimaschutzprojekten bei. Für ihr Portfolio, das über die kommenden drei bis vier Jahre auf ein Volumen von 1 Mrd. EUR aufgebaut werden soll, definiert sie Mindestanforderungen an die Qualität der anzukaufenden Anleihen (siehe Interview). Durch ihr Engagement als Emittent und Investor trägt die KfW in quantitativer und qualitativer Hinsicht zur Weiterentwicklung des noch jungen Marktes für Green Bonds bei.

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