Integrität leben - Compliance als Basis

Die Ansprüche an die Integrität einer Förderbank sind zu Recht hoch. Die KfW definiert klare Erwartungen an das Handeln ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ihrer Geschäftspartner und Lieferanten.

Symbolbild Compliance.

Integres Verhalten ist die Grundlage für das Vertrauen, das Geschäftspartner, Kunden, Anteilseigner und die Öffentlichkeit der KfW entgegenbringen. Es setzt voraus, alle relevanten gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften einzuhalten. Die Umsetzung aller Richtlinien beschreibt die im April 2014 überarbeitete, konzernweit gültige Compliance-Leitlinie.

Klare Verantwortung

Verantwortlich für Compliance innerhalb der KfW ist der Vorstand, für die operative Umsetzung sorgt konzernweit der Bereich Compliance. Er arbeitet unabhängig von anderen Unternehmensbereichen und passt das bestehende Compliance Management System veränderten Gesetzen und Markttrends an. Gemäß den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) ist der Bereich Compliance seit 01.11.2013 als zentrale Stelle dafür verantwortlich, rechtlich relevante Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Entscheidungen in den zuständigen Gremien vorzubereiten und über ein Monitoring sicher zu stellen, dass alle rechtlichen Anforderungen eingehalten werden. Inhaltlich fokussiert sich Compliance bei der KfW auf die Verhinderung von Betrug und Korruption, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, die Einhaltung von Finanzsanktionen und Embargos, Wertpapier-Compliance, Schriftgutordnung sowie Datenschutz.

Korruption und Betrug verhindern

Die präventive Bekämpfung von Korruption, Betrug und sonstigen strafbaren Handlungen hat die KfW explizit in ihr Leitbild und den Code of Conduct aufgenommen. Ein Beauftragter für Betrugs- und Korruptionsprävention unterzieht alle Geschäftsbereiche jährlich einer Gefährdungsanalyse und untersucht dabei Kunden- und Geschäftspartnerrisiken, Produkt-, Prozess- und Transaktionsrisiken sowie Länderrisiken – letztere u.a. unter Beachtung des jährlich von der Nichtregierungsorganisation Transparency International veröffentlichten Corruption Perception Index. Korruptionsrisiken bestehen etwa bei der Genehmigung von Krediten und Subventionen sowie in der Beschaffung oder bei der Vergabe von Aufträgen.

Auf organisatorischer Ebene engagieren sich KfW und DEG als korporative Mitglieder bei Transparency International für den Kampf gegen Korruption; zudem sind sie Fördermitglieder der Extractive Industries Transparency Initiative (EITI). Die KfW kooperiert intensiv mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bei der Umsetzung der Strategie zu Antikorruption und Integrität in der deutschen Entwicklungspolitik.

Geldwäscheprävention und Datenschutz

Präventive Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung koordiniert innerhalb der KfW ein Geldwäschebeauftragter. Er sorgt u.a. für entsprechende Organisationsanweisungen, die Durchführung einer Gefährdungsanalyse, die Implementierung risikobasierter Präventionsmaßnahmen und den regelmäßigen Abgleich der Geschäftspartnerdatenbank sowie von Transaktionen mit den aktuellen relevanten Sanktionslisten. Verdächtige Transaktionen bzw. Sachverhalte meldet die KfW umgehend den zuständigen Ermittlungsbehörden.

Die gesetzlichen technischen und organisatorischen Anforderungen an den Datenschutz hält die KfW unter Wahrung des Bankgeheimnisses ein. Die Sicherheit personenbezogener Daten gewährleisten konzernweit gültige Regelungen. Neben der personellen und organisatorischen Datenschutzorganisation wurden im Berichtszeitraum verantwortliche Stellen für die Themengebiete IT- und Informationssicherheit nach ISO 27001 etabliert.

Verhaltenskodex und Schulungen

Richtschnur für rechtlich und ethisch einwandfreies Verhalten in der KfW ist der Code of Conduct. Er gilt seit Dezember 2014 konzernweit verbindlich für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch den Vorstand und bündelt knapp und verständlich zentrale Verhaltensregeln sowie die Mitwirkungspflicht der Beschäftigten in einem Dokument. Bei jedem Thema verweist ein einprägsamer Link auf ausführlichere Informationen im Intranet. Dort finden sich jeweils praktische Beispiele und Verhaltensregeln. Zur Einführung des Code of Conduct erhielten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Exemplar mit einem Begleitschreiben des Vorstandsvorsitzenden. In einer Videobotschaft im Intranet unterstrich dieser nochmals die Bedeutung und Verbindlichkeit.

Für Mitglieder des Vorstands der KfW gilt zusätzlich ein zuletzt im Juni 2014 überarbeiteter Verhaltenskodex. Er regelt den Umgang mit Interessenskonflikten, die Annahme von Geschenken, Einladungen zu Veranstaltungen, das Ausüben von Nebentätigkeiten oder die Wahrnehmung von Ehrenämtern. Für alle Mitarbeiter der KfW sind diese Themen in einer entsprechenden Arbeitsanweisung verbindlich geregelt.

Das Bewusstsein für Compliance-Risiken schärft die KfW auf vielfältige Weise. Nahezu alle Arbeitsanweisungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter enthalten einen Hinweis auf ethisches und gesetzeskonformes Verhalten. Informationen dazu sind auch im Intranet abrufbar. In Online- und Präsenztrainings schulte die KfW im Jahr 2014 alle Beschäftigten risikoabhängig zur Antibetrugs- und -korruptionspolitik der Bank. Auf internen „Kulturmessen“ sensibilisiert sie – zuletzt im April 2015 – für wesentliche Aspekte der Unternehmenskultur, so auch für integres Verhalten.

Bei Verdacht auf strafbare Handlungen oder Fehlverhalten wenden sich die Beschäftigten an ihren Vorgesetzten und/oder per Hotline oder Mail an den Bereich Compliance – auf Wunsch auch vertraulich. Seit März 2014 können sie ihr Anliegen auch an einen externen Ombudsmann richten. Die Kontaktdaten aller Ansprechpartner führt unter anderem der Code of Conduct auf. Allen Verdachtsfällen gegen Compliance-Verstöße ging bzw. geht die KfW konsequent nach. Gegen die KfW wurden im Berichtszeitraum keine Vorwürfe wegen Korruption oder anderer strafbarer Handlungen gerichtet.

Ihre Geschäftspartner informiert die KfW mittels Produktdatenblättern, Merkblättern und anderen Vertragsbestandteilen über Compliance-Risiken. Die Mitglieder des Verwaltungsrats setzt sie regelmäßig über aktuelle Maßnahmen zur Betrugs- und Korruptionsbekämpfung in Kenntnis.

Andreas Müller, Leiter des Bereichs Compliance bei der KfW.

Sparringspartner für regelkonformes Verhalten

Mit der verschärften Regulierung von Kreditinstituten und der Neufassung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) sind die rechtlichen Vorgaben an die KfW in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Als Lotse, Berater und Sparringspartner steht den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der KfW seit 2010 der Bereich Compliance zur Seite. Wir ermitteln gemeinsam mit den verantwortlichen Bereichen, welche neuen Gesetze und Regularien für die KfW relevant sind und übersetzen die oftmals abstrakten Vorgaben in verständliche Anleitungen. Mit den einzelnen Bereichen prüfen wir, ob sie in internen Projekten und Prozessen bereits angemessen berücksichtigt werden. Die Umsetzung der Vorgaben sichern wir über regelmäßige Kontrollen und berichten darüber an Vorstand. An eine Instanz delegieren lässt sich rechtskonformes Verhalten letztendlich jedoch nicht. Über regelmäßige Schulungen und interne Veröffentlichungen schärfen wir daher das Bewusstsein, dass jeder einzelne Mitarbeiter – und Führungskräfte aufgrund ihrer Vorbildrolle im Besonderen – für ihr Handeln verantwortlich sind. Denn Compliance geht alle an.

Mein Nachhaltigkeitsbericht

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