Verantwortliche Unternehmens­führung

Die KfW verpflichtet sich zu einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung. In ihr strategisches Risikomanagement bezieht sie auch Nachhaltigkeitsrisiken mit ein.

Schlösser als Symbol: Die KfW gilt als sicherste Bank der Welt und verpflichtet sich zu einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung.

Der Vorstand der KfW leitet die Geschäfte in eigener Verantwortung nach Maßgabe des KfW-Gesetzes, der Satzung der KfW sowie verschiedener Geschäftsordnungen. Die Verteilung der Aufgaben regelt ein Geschäftsverteilungsplan; wesentliche Änderungen erfordern seit 01.08.2014 die Zustimmung des Präsidial- und Nominierungsausschusses. Mit Dr. Ingrid Hengster wurde im April 2014 eine zweite Frau in den Vorstand der KfW berufen. Als Anstalt des öffentlichen Rechts orientiert sich die KfW an den Grundsätzen des Public Corporate Governance Kodex (PCGK) des Bundes. Wie die KfW diese erfüllt, erläutert sie in einer jährlichen Entsprechenserklärung im Geschäftsbericht. Bei Mehrheitsbeteiligungen prüft die KfW grundsätzlich, ob die Gesellschafterbeschlüsse mit den eigenen Nachhaltigkeitsleitsätzen im Einklang stehen. Auch im eigenen Bankbetrieb folgt sie dem Prinzip der Nachhaltigkeit – in ihrer Rolle als Arbeitgeber (siehe hier) und bei der Steuerung der eigenen Umweltauswirkungen an den verschiedenen Standorten (siehe hier). Im täglichen Handeln orientiert sich die KfW an Wertvorstellungen, die im Leitbild festgeschrieben sind (siehe hier).

Nach dem Vergütungssystem der KfW werden die Vorstandsmitglieder entsprechend ihren Aufgaben- und Verantwortungsbereichen angemessen entlohnt. Einzig der Vorstandsvorsitzende bezieht eine variable Vergütung. Diese ist gekoppelt an eine Zielvereinbarung, die er jährlich mit dem Vorsitzenden des Präsidialausschusses und dessen Stellvertreter festlegt und die förderpolitische – und damit nachhaltigkeitsrelevante – Ziele beinhaltet. Die KfW bietet ihren Vorständen regelmäßig Schulungen an, etwa bei der Einführung in das neue Amt. Ein Konzept zur Information des Vorstands über relevante (aufsichts-)rechtliche Vorgaben und Pflichten wird aktuell erarbeitet.

Aufsicht durch Kontrollorgane

Die Aufsicht über die KfW üben mehrere Institutionen aus. Oberstes Kontrollorgan ist der Verwaltungsrat. Ihm gehören laut KfW-Gesetz 37 Mitglieder an, darunter aktuell zwei Frauen. Den Vorsitz führen der Bundesminister der Finanzen und der Bundesminister für Wirtschaft und Energie im jährlichen Wechsel. Mit ihnen berät sich der Vorstand der KfW zu wichtigen Fragen der Unternehmensführung und -strategie. Der Verwaltungsrat tagt mindestens drei Mal im Jahr. Der Vorstand unterrichtet ihn dabei über alle relevanten Fragen der Planung, Geschäftsentwicklung, Risikolage und -management sowie die finanzielle Lage; einmal jährlich explizit auch zu Nachhaltigkeitsthemen. Die Mitglieder des Verwaltungsrats werden – mit Ausnahme der Bundesminister – für drei Jahre bestellt; jedes Jahr scheidet ein Drittel aus. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, dürfen sie zur KfW oder ihrem Vorstand keine geschäftliche oder persönliche Beziehung unterhalten.

Mit Wirkung ab 01.08.2014 hat der Verwaltungsrat vier Ausschüsse gebildet, die seine Arbeit effizienter gestalten lassen: Den Präsidial- und Nominierungsausschuss, den Vergütungskontrollausschuss, den Risiko- und Kreditausschuss sowie den Prüfungsausschuss (zu den jeweiligen Aufgaben siehe Geschäftsbericht S. 179). Die Effizienz seiner Tätigkeit überprüfte der Verwaltungsrat bislang im zweijährigen Turnus. Ab Mitte 2015 evaluiert der Präsidial- und Nominierungsausschuss die Effizienz von Verwaltungsrat und Vorstand jährlich (gemäß § 25d Abs. 11 KWG). Zur Erweiterung ihrer Kenntnisse hinsichtlich ihrer Rolle oder zu regulatorischen Themen bietet die KfW den Mitgliedern des Verwaltungsrats vierteljährliche Schulungen durch externe Fachleute an. Zudem stellt sie ein Budget für die Teilnahme an externen Veranstaltungen bereit.

Den staatlichen Auftrag der KfW zur Mittelstandsförderung konkretisiert der Mittelstandsrat. Der Vorstand informiert ihn mindestens einmal im Jahr über aktuelle und mittelfristig geplante Programme und legt auf Wunsch Alternativvorschläge vor. Dem Mittelstandsrat gehören elf Vertreter oder bestellte Mitglieder der Bundesregierung an, den Vorsitz führt der Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Weitere Aufsichtsfunktionen üben der Bundesrechnungshof und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aus. Gemäß einer Verordnung, die 2013 in Kraft trat, unterliegt die KfW in Teilen den bankenaufsichtsrechtlichen Normen des Kreditwesengesetzes (KWG). Die daraus resultierenden Anforderungen müssen schrittweise umgesetzt werden.

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Strategisches Risikomanagement

Die zentralen risikopolitischen Entscheidungen verantwortet der Vorstand. Konsistent zur Geschäftsstrategie wird jährlich eine Risikostrategie festgelegt und damit der Rahmen der Geschäftsaktivitäten in Bezug auf Risikobereitschaft und -tragfähigkeit definiert. Die Einhaltung der Risikostrategie wird fortlaufend überwacht. In monatlichen Risikoberichten an den Vorstand wird die Gesamtrisikosituation der Bank umfassend analysiert; der Verwaltungsrat wird mindestens vierteljährlich informiert. Die Risikosteuerung erfolgt durch eng verzahnte Entscheidungsgremien. Unterhalb des Gesamtvorstands bereiten drei Risikokomitees die Vorstandsentscheidungen vor und treffen im Rahmen der zugewiesenen Kompetenzen eigenständige Entscheidungen:

  • Das Kredit-Risiko-Komitee trifft wöchentlich Kreditentscheidungen bzw. bereitet diese für den Vorstand oder den Risiko- und Kreditausschuss vor. In einer erweiterten Sitzung entscheidet es vierteljährlich über etwaige Änderungen der Kreditrisikomessmethoden. Darüber hinaus erfolgt ein Monitoring von Branchen- und Länderrisiken.
  • Das monatlich tagende Marktpreis-Risiko-Komitee entscheidet unter anderem über das Eingehen von Marktpreisrisiken, Änderungen bei deren Risikomessmethoden sowie Bewertungsfragen zu Wertpapieren. Weiterhin bereitet es Entscheidungen für Gesamtvorstandsbeschlüsse zu Zinsrisikopositionen, Transfer-Pricing und der Fundingstrategie vor.
  • Das Komitee für Operationelle Risiken verantwortet die Steuerung und Überwachung operationeller Risiken (OpRisk), Maßnahmen zur Krisenprävention und die Überwachung der Notfallplanung. Quartalsweise werden eingetretene und potenzielle OpRisk-Schäden erörtert. Zudem beschließt das Komitee Risikogrundsätze, Methoden und Instrumente.

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Nachhaltigkeitsbezogene Risiken

Verstärkt bezieht die KfW auch nachhaltigkeitsbezogene Risiken in geschäftliche Entscheidungen ein. Dies gilt bei der Einführung von Förderprogrammen, Kreditlinien, Fazilitäten, gemeinsam mit Dritten durchgeführten Initiativen sowie bei Entscheidungen über die Finanzierung von Einzelvorhaben. Geprüft werden dabei potenzielle Risiken im Hinblick auf die Reputation sowie die Umwelt- und Sozialverträglichkeit der finanzierten Projekte.

Reputationsrisiken spielen im Rahmen der Nachhaltigkeitsaspekte eine wichtige Rolle. Sie sind aber auch im Konzern als eigenständige Risikoart definiert und gemäß Risikoinventur als wesentlich eingestuft, wie etwa auch Kredit- und Marktpreisrisiken. Hinsichtlich Ursache und Wirkung sind Reputationsrisiken mit anderen Risikoarten – etwa operationellen Risiken – eng verbunden. Sie können daraus erwachsen oder eigenständig auftreten. Mit der Implementierung eines zentralen Reputationsrisiko-Controllings schaffte die KfW 2013 eine neue Funktion, die Reputationsrisiken systematisch identifiziert. Sie erhebt potenzielle Reputationsrisiken jährlich auf Konzernebene und lässt sie intern von Fachexperten für einzelne Stakeholdergruppen einschätzen. Gemäß der Leitlinie zum Risikoreporting fließen wesentliche neue Reputationsrisiken bzw. auslösende Ereignisse seit 2014 in den vierteljährlichen Konzernrisikobericht ein. Dieser geht dem Verwaltungsrat, dem Bundesministerium der Finanzen (BMF), dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und der Aufsicht zu. Besonders kritische Themen werden in Form von Ad-hoc-Meldungen an den Vorstand adressiert.

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Kontrolle der Inlandsförderung

In der Inlandsförderung überwachen die Hausbanken als Finanzierungspartner den zeitgerechten und programmgemäßen Einsatz der Fördermittel. Die KfW überprüft turnusmäßig die ordnungsgemäße Überwachung im Rahmen von Hausbankprüfungen. Einige Förderprogramme sehen vor, dass externe Sachverständige die programmgemäße Verwendung der Kredite bestätigen. Die KfW selbst prüft diese stichprobenhaft vor Ort.

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Mein Nachhaltigkeitsbericht

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