Offene Diskussion am runden Tisch

Zur Weiterentwicklung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie sucht die KfW den Dialog mit Experten und Impulsgebern. In einer Round Table-Diskussion adressierten Vertreter wichtiger Stakeholdergruppen ihre Erwartungen.

Die Teilnehmer des Stakeholder Round Table
Dr. Jörg Mayer-Ries

∆Eine Bank, die gemäß ihrem Geschäftsmodell mit Zukunft handelt, muss transparent machen, von welcher Zukunft sie ausgeht und warum sie in diese investiert.

Birgit Riess

∆Um sensibel auf Zukunftsthemen reagieren zu können, braucht es Strukturen und Prozesse im Sinne eines Foresight Managements.

Stefan Löbbert

∆Die KfW kann eine Vorbildfunktion haben für die private Bankwirtschaft. Es ist wichtig, dass sie auf dem noch jungen Markt für Green Bonds jetzt Standards setzt.

Claudia Volk

∆Bei den Umwelt- und Sozial­verträglichkeits­prüfungen sollte die KfW über die aktuellen Standards noch hinausgehen. Das wird international beachtet.

Udo Sieverding

∆Die Nachweispflicht beim energie­effizienten Bauen sollte nicht weiter verschärft werden. Für die Verbraucher wird die KfW sonst ein Bürokratie­monster.

Dr. Karl Ludwig Brockmann

∆Bei der Finanzierung von Vorhaben in Ländern außerhalb der OECD wenden wir höchste internationale Umwelt- und Sozialstandards an, die über die verpflichtenden nationalen Vorgaben oft deutlich hinausgehen.

Dr. Alexander Schumann

∆Mit ihrer subsidiären Rolle ist die KfW ein wichtiger Katalysator bei der Finanzierung von technologie­orien­tierten Gründern und Mittel­ständlern.

Christoph Bals

∆Die KfW hat sich als weltweit führende Klima- und Umweltbank aufgestellt, durch das kleine Segment der Kohlefinanzierung aber viel an Reputation eingebüßt.

Dr. Thomas Koenen

∆Es ist richtig, dass die KfW die Förderung von kohlebasierten Projekten nach strengen Maßgaben weiter zulässt. Auf diese Weise kann deutsche Effizienz­technologie im Ausland auch künftig zum Einsatz kommen.

Max Wirsching

∆Innovative Gründer unterstützt die KfW durch die Neuausrichtung und den Ausbau ihres Beteiligungs­finan­zierungs­angebots in den nächsten Jahren mit 2,5 Mrd. EUR.

Dr. Michael Helbig

∆Als Förderbank des Bundes und der Länder ist die KfW deren Auftrag verpflichtet. Das spiegelt sich auch in unseren Finanzierungen wider – zum Beispiel setzen wir bei Kohlekraft­förderung die Leitlinien der Bundes­regierung um und teilen die Vision einer klimaneutralen Wirtschaft.

Prof. Dr. Günther Bachmann

∆Ich ermuntere, Runden wie diese regelmäßig zu veranstalten. Es ist extrem wichtig, sich über eine derartige Themenschau selbst zu verorten.

Wo liegen die größten Hebel der KfW für eine nachhaltige Entwicklung? Wie umfassend nutzt sie diese in ihrem Geschäft? Und wo könnte sich die Bank stärker, besser oder anders engagieren? Fragen, Kritik und Empfehlungen zu diesen Themen richteten ausgewählte Stakeholder-Vertreter im April 2015 an die Verantwortlichen der KfW für Nachhaltigkeitsmanagement, Konzernstrategie und -kommunikation.

Den Rahmen für den offenen Austausch bildete eine Round Table-Diskussion, zu der die Bankengruppe in ihre Repräsentanz in Berlin lud. [G4-26]

In ihrem Anspruch an die KfW waren sich die Stakeholder-Vertreter einig: Durch ihren staatlichen Auftrag und als weltweit führende Klima- und Umweltbank komme der Bankengruppe in ökologischen und sozialen Fragen eine Vorbildrolle zu. Diese auszufüllen, erfordere zweierlei: hohe Standards im Geschäft sowie umfassende Transparenz über das eigene Handeln.

Gesetzlichen Anforderungen und marktüblichen Standards müsse die KfW stets einen Schritt voraus sein, um diese im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu treiben. Bei der Förderung des energieeffizienten Bauens und Sanierens gelinge das beispielsweise bereits gut. Verschärfen könnte die KfW ihre Standards aber bei den Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen, denen sie ihre Finanzierungen in Ländern außerhalb von EU und OECD unterzieht, so der Wunsch einiger Stakeholder. Insbesondere von den Finanzierungsmaßstäben der KfW Entwicklungsbank gehe international eine große Signalwirkung aus. Positiv werteten die Stakeholder, dass die KfW durch ihr finanzielles Engagement bei Green Bonds ihren Hebel nutzt, um Qualitätsstandards in dem noch jungen Kapitalmarktsegment zu setzen.

Um den Ansprüchen der Öffentlichkeit gerecht zu werden, sollte die KfW nach Ansicht der Stakeholder noch deutlicher machen, wie sie ihrem Förderauftrag nachkommt und welche Annahmen sie dabei zugrunde legt. Insbesondere in der Entwicklungsfinanzierung wird noch mehr Transparenz gewünscht – speziell in der Frage, ob und wie Menschenrechte berücksichtigt werden. Voraussetzung für das zielgerichtete Schaffen von Transparenz sei freilich das Wissen darüber, welche Erwartungen an die KfW gestellt würden.

Kohle in der Kritik

Kritisch gewertet wurde das aktuell auch in Gesellschaft und Politik breit diskutierte Thema Kohlefinanzierung: Die KfW, die hier den Leitlinien der Bundesregierung unterliegt, habe sich zu zögerlich und zu spät zurückgezogen, so der Vorwurf einiger Stakeholder. Und: Die KfW IPEX-Bank finanziere weiterhin fossile Kraftwerke.

Ob unterschiedliche Vorgaben für Finanzierungen im In- und Ausland vertretbar sind, wurde innerhalb der Stakeholder diskutiert. Und damit verbunden die grundsätzliche Frage: Dient es dem Klimaschutz, wenn die KfW die im Ausland gebauten fossilen Kraftwerke durch die Finanzierung entsprechend moderner Technologien effizienter macht – und damit gleichzeitig export- und technologieorientierte deutsche Unternehmen fördert? Oder bremst sie in ihrer exponierten Rolle als Förderbank damit den weltweiten Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung aus, wie unter anderem Nichtregierungsorganisationen in der aktuellen politischen Debatte behaupten? Verbunden damit ist die Frage nach den Erwartungen: an die KfW als staatliche Förderbank und, unter ihrem Dach, die marktorientiert aufgestellte KfW IPEX-Bank, für die andere Anforderungen an Transparenz (insbesondere das Bankgeheimnis) gelten. Wie auch immer die KfW Bankengruppe dieses Dilemma löse, so das Resümee der Teilnehmer: Sie müsse ihre Entscheidungen und Beweggründe transparent kommunizieren – gegenüber Geschäftspartnern, Kunden und der Öffentlichkeit.

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Starker Fokus auf Gründer

Die Bedeutung der KfW bei der Förderung von Mittelstand und Gründern in Deutschland bewerteten die Stakeholder als hoch. Um ihrem subsidiären Auftrag gerecht zu werden, solle sie ihren Fokus künftig noch stärker auf junge, hochinnovative Gründer richten. Auf europäischer Ebene wünschen sich die Stakeholder ein weiterhin starkes finanzielles und strategisches Engagement zur Umsetzung des 2 Grad-Klimaziels. [G4-27]

Die KfW nimmt die Empfehlungen der geladenen Stakeholder ernst: Sie wurden im September 2015 als Notiz dem Gesamtvorstand präsentiert und fließen in den Strategieprozess der KfW Bankengruppe sowie in die anstehende Überarbeitung der Nachhaltigkeitsleitsätze ein.

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Dr. Jörg Mayer-Ries

∆Eine Bank, die gemäß ihrem Geschäftsmodell mit Zukunft handelt, muss transparent machen, von welcher Zukunft sie ausgeht und warum sie in diese investiert.

Birgit Riess

∆Um sensibel auf Zukunftsthemen reagieren zu können, braucht es Strukturen und Prozesse im Sinne eines Foresight Managements.

Stefan Löbbert

∆Die KfW kann eine Vorbildfunktion haben für die private Bankwirtschaft. Es ist wichtig, dass sie auf dem noch jungen Markt für Green Bonds jetzt Standards setzt.

Claudia Volk

∆Bei den Umwelt- und Sozial­verträglichkeits­prüfungen sollte die KfW über die aktuellen Standards noch hinausgehen. Das wird international beachtet.

Udo Sieverding

∆Die Nachweispflicht beim energie­effizienten Bauen sollte nicht weiter verschärft werden. Für die Verbraucher wird die KfW sonst ein Bürokratie­monster.

Dr. Karl Ludwig Brockmann

∆Bei der Finanzierung von Vorhaben in Ländern außerhalb der OECD wenden wir höchste internationale Umwelt- und Sozialstandards an, die über die verpflichtenden nationalen Vorgaben oft deutlich hinausgehen.

Dr. Alexander Schumann

∆Mit ihrer subsidiären Rolle ist die KfW ein wichtiger Katalysator bei der Finanzierung von technologie­orien­tierten Gründern und Mittel­ständlern.

Christoph Bals

∆Die KfW hat sich als weltweit führende Klima- und Umweltbank aufgestellt, durch das kleine Segment der Kohlefinanzierung aber viel an Reputation eingebüßt.

Dr. Thomas Koenen

∆Es ist richtig, dass die KfW die Förderung von kohlebasierten Projekten nach strengen Maßgaben weiter zulässt. Auf diese Weise kann deutsche Effizienz­technologie im Ausland auch künftig zum Einsatz kommen.

Max Wirsching

∆Innovative Gründer unterstützt die KfW durch die Neuausrichtung und den Ausbau ihres Beteiligungs­finan­zierungs­angebots in den nächsten Jahren mit 2,5 Mrd. EUR.

Dr. Michael Helbig

∆Als Förderbank des Bundes und der Länder ist die KfW deren Auftrag verpflichtet. Das spiegelt sich auch in unseren Finanzierungen wider – zum Beispiel setzen wir bei Kohlekraft­förderung die Leitlinien der Bundes­regierung um und teilen die Vision einer klimaneutralen Wirtschaft.

Prof. Dr. Günther Bachmann

∆Ich ermuntere, Runden wie diese regelmäßig zu veranstalten. Es ist extrem wichtig, sich über eine derartige Themenschau selbst zu verorten.

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