„Impulse im Markt für Green Bonds setzen“

Dr. Günther Bräunig ist im Vorstand der KfW Bankengruppe verantwortlich für die Themen Kapitalmarkt, Personal, Recht und Zentrale Services. Im Interview erläutert er das Engagement der Bank im jungen Marktsegment der Green Bonds.

Dr. Günther Bräunig, Vorstand der KfW verantwortlich für die Themen Kapitalmarkt, Personal, Recht und Zentrale Services.

Herr Dr. Bräunig, im Juli 2014 emittierte die KfW erstmals einen Green Bond. Warum?

Dr. Günther Bräunig: Der Green-Bond-Markt hat sich 2014 sehr dynamisch entwickelt: Das emittierte Volumen lag bei über 30 Mrd. EUR – 43 % höher als im Vorjahr. Das ist erfreulich, denn grüne Anleihen lenken langfristig mehr Kapital in die Finanzierung von Klima- und Umweltschutz. Mit unseren beiden Green Bonds über 1,5 Mrd. EUR und 1,5 Mrd. USD haben wir am Markt hoch liquide Anleihen platziert und damit neue Größenstandards gesetzt.

Verfolgen Sie daneben weitere Ziele?

Bräunig: Wir wollen vor allem die qualitative Entwicklung des Marktes unterstützen. Wir stellen nicht nur sicher, dass mit den Erlösen aus unseren Green Bonds Finanzierungen im Bereich erneuerbare Energien durchgeführt werden. Wir informieren unsere Investoren auch über die konkreten Wirkungen sowie die erreichten CO₂-Einsparungen. Damit stellen wir uns hohen Transparenzanforderungen durch regelmäßiges Reporting. Andere Emittenten sind unserem Beispiel mittlerweile gefolgt.

Sie haben Anfang 2015 angekündigt, dass die KfW auch als Investor in Green Bonds aktiv wird. Mit welchem Ziel?

Bräunig: Ja, wir wollen in den kommenden Jahren ein Green-Bond-Portfolio über 1 Mrd. EUR aufbauen. International einheitliche Standards gibt es bislang nicht: die von zahlreichen Kapitalmarktteilnehmern entwickelten Green Bond Principles stellen lediglich eine unverbindliche Empfehlung dar. Basierend darauf haben wir für unsere Investitionen Mindestkriterien entwickelt.

Wie sehen die Anlagekriterien der KfW für Green Bonds aus?

Bräunig: Das Wichtigste zuerst: Was passiert mit dem Geld? Umweltprojekte, wie auch ihre Ziele und Auswirkungen, müssen klar definiert sein. Außerdem ist die zweckgebundene Verwendung der Mittel transparent darzustellen. Schließlich erwarten wir eine regelmäßige öffentliche Berichterstattung über Projekte und Mittel sowie eine Verifizierung durch qualifizierte externe Dritte. Vor jeder Investitionsentscheidung prüfen wir, ob diese Kriterien erfüllt sind. Reichen die uns vorliegenden Informationen nicht aus, treten wir in einen proaktiven Dialog mit den Emittenten. Als anspruchsvoller Investor will die KfW auch hier qualitative Impulse im Markt setzen.

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